Dienstag, 29. Dezember 2015

27 und 28.12.2015



Heute fand der oben beschriebene Ausflug statt. Zwischendurch hielten wir an verschiedenen Aussichtspunkten, um die atemberaubende Sicht über die Bucht zu genießen. Natürlich nutzten wir auch die Gelegenheit, um uns mit einigen karibischen Mitbringseln einzudecken.
Insgesamt hat sich das ganze Ausflugspaket sehr gelohnt. Wir wären zwar auch gerne auch auf den Gros Piton gestiegen, aber leider überstieg das unser Zeitkontingent. Bei der Tour erfuhren wir, dass wir eigentlich direkt in der Caldera, im „Auge des Vulkans“ ankern. Der gesamte Vulkan ist seinerzeit kollabiert und daraus entstand die Caldera und die berühmten Schwefelquellen. Noch immer ist der Vulkan aktiv und könnte jederzeit erneut ausbrechen.








 Nach dem Ausflug quatschen wir noch ein bisschen mit Rudi, der uns in karibische Geheimnisse einweihte. Nachts sollten wir lieber schon mal gar nicht segeln und Wallilabou Bay sowie Chataubelair sollten wir lieber gänzlich meiden… Beides Punkte auf unserer Route, die wir eingeplant hatten. Auch wir hatten schon von gefährlichen Regionen gelesen, in denen man nachts auf dem Segelboot überfallen wird und wo man lieber niemandem trauen sollte.
Mit diesen Hintergedanken machten wir gegen 18:00Uhr das Boot klar, nachdem wir uns mit unseren Barbecue-Resten des Vortages gestärkt hatten, und segelten gen Sonnenuntergang in die Dunkelheit. Evi und Annika verzogen sich zu nachtschlafender Zeit um 18:45Uhr ins Bett, während Rolf, Michael, Kerstin und Heidrun noch mit den Kindern draußen die Stellung hielten. Als Annika und Evi gegen 21Uhr von hohem Wellengang und Regen geweckt wurden, gaben sie sich mit Heidrun, die sich zwischenzeitlich schon einen ordentlichen blauen Fleck zugezogen hat, die Klinke in die Hand. Paul empfand es derweil als notwendig, den Fischen etwas mehr Futter zu geben, sodass Kerstin und Michael etwas ins Rotieren gerieten. Die See beruhigte sich wieder etwas und Paul und Max verlegten ihr Nachtquartier gänzlich an Deck. Mit Schlafsäcken, Kissen und Eimer bewaffnet und mit Mama Kerstin an der Seite ließ sich die folgende Nacht mehr oder weniger gut überstehen. Michael und Rolf wechselten sich mit dem Einnicken an Bord ab, Michael schlief auch manchmal bequem in S-Form gefaltet auf dem hölzernen Boden an Deck. Bei den gut auszuhaltenden 2-3m Wellen war das nächtliche Segeln nahezu meditativ wenn nicht sogar einschläfernd. Der fast volle Mond schien sehr hell auf das Meer und auch die Sterne sahen wunderschön aus. Ganze Schwärme von fliegenden Fischen begleiteten uns, die im grünen Steuerbord-Licht aussahen wie aus dem Meer entspringende Glühwürmchen. Annika blieb bis 1 Uhr an Deck und verzog sich dann mit dem Plan, in spätestens zwei Stunden wiederzukommen, in die Koje. Dort wurde man ordentlich hin und her geschaukelt, man hatte nur die Wahl, entweder tief und fest zu schlafen oder in Angst und Bange wach zu liegen und sich festzuhalten. Einige ordentliche blaue Flecken holten wir uns bei jedem Gang unter Deck. Denn die See meinte es nicht so gnädig mit uns. Kerstin sprach am nächsten Tag von Todesfantasien, die sie ausstand, als sie mit Paul und Max am Boden des Bootes saß und ihre Kinder festkrallte. O-Ton:“Ich werde sterben. Und meine Kinder auch!“ Wind lag bei 38Knoten und die Wellen überstiegen die 5-Meter-Grenze. Annika und Heidrun verschliefen derweil das ganze Spektakel und wachten das nächste Mal gegen 5Uhr wieder auf. Annika war wohl zwischendurch erwacht, traute sich aber wegen der starken Wellen, die vorne gegen ihr Kojenfenster knallten, nicht durch die Kajüte an Deck. Schließlich kam der Wind inzwischen von vorn und wir hatten ordentlich Gegenströmung, sodass wir leider den Motor einschalten mussten, um die Fock zu unterstützen. Mit nur 1,5Kn Fahrt hätten wir nämlich so noch weitere 10 Stunden Fahrt gebraucht. Wir gerieten in einen weiteren ordentlichen Regenschauer und segelten dann endlich Richtung Sonnenaufgang in die Admiralty Bay  einer Bucht auf Bequia. Dort gab es auf die kräftezehrende Nacht erstmal ein Anlegebier (8Uhr Ortszeit, aber irgendwo auf der Welt ist es bestimmt schon nach 16Uhr). Rolf und Annika setzen sich ins Dinghi, um Frühstück zu besorgen und uns einzuklarieren. Danach verbrachten Evi und Annika den Mittag vorne auf dem Sonnendeck auf einem Premiumplatz mit Matratzen, um diese zu trocknen, da ein Crew-Mitglied den Befehl „Alle Luken zu!“ bewusst missachtet und so die Koje komplett unter Wasser gesetzt hatte. Nachmittags verbrachten wir im kleinen beschaulichen Örtchen Port Elisabeth auf Bequia, 


 genossen Young fresh Coconut, kauften Postkarten und schlürten ein bisschen durch die Läden.

Der männliche Teil der Crew begab sich auf den Weg, um einen weiteren Cache zu erledigen. Von der Shoppingtour erschöpft und vom Rum Punch in Übermut gestärkt, schnappten sich die Damen kurzerhand selbst das Dinghi, um zum ersten Mal allein zur Yacht zurück zu fahren. Selbst ist die Frau, dachte sich Annika, und saß selbstsicher am Motor des Dinghis, um dann in völliger Ahnlungslosigkeit das kleine Bötchen zurück zu steuern. Ein netter Einheimischer kippte uns den Motor ins Wasser, startete diesen, legte den Gang ein und den Rest schafften wir dann tatsächlich von Lachanfällen geschüttelt selber. An der Yacht angekommen, machten auch schon die Männer am anderen Steg auf sich aufmerksam, sodass Evi und Annika als sichere Bootsführer das Dinghi zum Abholen wieder zurücklenkten. Direkt nach unserem Ausflug machten wir das Abendbrot fertig, da wir Gefallen daran gefunden hatten, auch mal um 17:30Uhr im Hellen zu essen. Morgen machen wir uns auf in Richtung Canouan / Grand Bay, ein Stückchen Weiter Richtung Paradies.

Gastbeitrag von Annika
Gesichtete Haie: 0
Gesichtete Delphine: 0
Fliegende Fische an Bord gegangen: 2
Davon ins Meer gerettet: 1
Davon versehentlich zertrampelt: 1

26.12.2015



Um 7 Uhr haben wir schon abgelegt und um 9.10 Uhr in Marigot Bay angelegt. Rolf und Annika kauften zunächst frisches Baguette und dann frühstückten wir erstmal ausgiebig in dieser traumhaft schönen Bucht.



 Um 12.30 Uhr legten wir dann wieder ab und segelten mit gutem Wind Richtung Soufriere, wo wir um 15.15 Uhr angelegt haben. Rudi, unser Guide, der sich uns schon in Rodney Bay angeboten hatte, zeigte uns unsere Ankerboje und bot uns an, uns ein karibisches Barbecue an Bord zu liefern. Nach Aushandeln eines guten Preises freuten wir uns auf ein leckeres Essen und badeten zwischendurch.
Als das Essen kam, waren wir mehr als erstaunt. Thunfisch, Hühnchen, Nudeln, Kartoffeln, Reis und Salat mehr als wir essen konnten. Wir ließen uns das Festmahl schmecken und auch Rudi leistete uns unserem Geschmack nach etwas zu lange Gesellschaft.
Für den nächsten Tag hatten wir mit ihm vereinbart, dass er eine Tour zu Schwefelquellen unterhalb der Pitons, zum Botanischen Garten und zum Wasserfall organisierte.

25.12.2015



Frohe Weihnachten! Schon vor dem Frühstück wurde das erste Bad in der karibischen See genommen. Da schmeckt der Kaffee umso besser. Heute war ein Tag chillen geplant und Rolf und Michael fuhren mit Max im Schlauchboot los, um etwas zu angeln.


  Es dauerte nicht lange und schon kamen sie mit einem ziemlich großen Fisch zurück. Das Abendessen war gesichert.


 Wir anderen verbrachten den Vormittag mit Baden, Sonnen usw. Nachmittags fuhren wir mit unserem Dingi an Land und wollten das Städtchen erkunden, Rolf und Michael einen Geocache suchen. Also trennten sich unsere Wege am Strand und die Mädels und Kinder gingen Richtung Ort und die Jungs Richtung Berg/Cache. Aber es ist Weihnachten und damit auch in Rodney Bay alles geschlossen und die Einheimischen feiern! Stilvolle Weihnachtsdeko sieht jedoch in Europa etwas anders aus. Enttäuscht gehen wir wieder zurück zum Strand zu unserem Dingi, suchen vergeblich nach eisgekühlten Drinks und warten auf unsere Männer. Als uns ein typisch karibischer Schauer erwischt, sind wir froh, dass wir uns ins Wasser verziehen können, dort ist es wenigstens warm. Sobald der Regen vorbei ist, ist es wieder total warm. Auf dem Schiff lassen wir uns noch unseren selbst gefangenen Fisch mit Bratkartoffeln schmecken und fallen anschließend nach einem kleinen Absacker todmüde ins Bett.

24.12.2015



Um 6 Uhr morgens waren wir schon wieder munter und haben in strahlendem Sonnenschein gefrühstückt. Uns wurde das Schiff gründlich erklärt und gegen 11.00 starteten wir in Richtung St. Lucia.
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  Bei Windstärke 5-6 und guter Welle, die zu leichten Übelkeitserscheinungen mancher Crew-Mitglieder führten, erreichten wir den Hafen Rodney Bay um 15.50Uhr und Rolf musste sich beeilen, um noch rechtzeitig um 16 Uhr im Hafenbüro zu sein, um uns einzuklarieren. Danach suchten wir uns ein schönes Ankerplätzchen in der Bucht von Rodney Bay
Hier sprangen wir erstmal ins Wasser und nahmen ein erfrischendes Bad. Das Ankerbierchen durfte natürlich nicht fehlen.


 Um 18 Uhr ging die Sonne unter und es war es schlagartig dunkel. Zeit, unseren Weihnachtsbaum aufzustellen und zu schauen, ob das Christkind uns auch in der Karibik findet. Anschließend stiegen wir in unser Schlauchboot und gingen an Land, um ein leckeres karibisches Weihnachtsessen zu uns zu nehmen. Das kleine, beschauliche Dörfchen, das an einigen Stellen mit seinen Wellblechverkleidungen einem Slum ähnelte, war wie ausgestorben.

Unser Weihnachtsessen fand also reichlich bescheiden an einem Straßengrill mit frischem Fisch, Hühnchen, Muscheln und Pommes statt. An diesem Abend testeten wir auch den ersten „local drink“, nachdem uns ein Cocktail mit Fragezeichen im Gesicht verwehrt wurde. Unser Weihnachtstrunk bestand also aus Cocosnussliquör gemischt mit karibischem Rum.

23.12.2015



In Paris komplettierte sich die Segelcrew: Zu der fast vollständigen Gruppe aus Hannover stieß Annika aus Hamburg mit dazu. Im Schweinsgalopp noch schnell die Tickets für den Shuttlebus am Schalter gekauft, ging es auch schon los vom Charles-de-Gaulle Aeroport Richtung Orly. Der Pariser Verkehr ließ uns das Herz bis zum Hals klopfen: Erreichen wir unseren Flieger pünktlich? 15 Minuten vor Boarding standen wir pünktlich am Gate. Und standen. Und standen.  Nach Weiteren 35 Minuten durften wir endlich in den Flieger, der dann nochmals eine Stunde regungslos am Gate verharrte. Mit 1,5-stündiger Verspätung sind wir bei 27 Grad Lufttemperatur und strömendem Regen gut in Fort de France auf Martinique gelandet. Der Shuttle brachte uns einmal quer über die Insel nach Le Marin in den Hafen, wo wir unser Schiff bezogen. Das vorbestellte Essen für die ersten Tage war schon an Bord und musste nur noch von uns kontrolliert und verstaut werden. Nach einem ersten karibischen Bier fielen wir todmüde in die Kojen.