Heute fand der oben beschriebene Ausflug statt.
Zwischendurch hielten wir an verschiedenen Aussichtspunkten, um die
atemberaubende Sicht über die Bucht zu genießen. Natürlich nutzten wir auch die
Gelegenheit, um uns mit einigen karibischen Mitbringseln einzudecken.
Insgesamt hat sich das ganze Ausflugspaket sehr gelohnt. Wir
wären zwar auch gerne auch auf den Gros Piton gestiegen, aber leider überstieg
das unser Zeitkontingent. Bei der Tour erfuhren wir, dass wir eigentlich direkt
in der Caldera, im „Auge des Vulkans“ ankern. Der gesamte Vulkan ist
seinerzeit kollabiert und daraus entstand die Caldera und die berühmten Schwefelquellen. Noch
immer ist der Vulkan aktiv und könnte jederzeit erneut ausbrechen.
Nach dem Ausflug quatschen wir noch ein bisschen mit Rudi, der uns in karibische Geheimnisse einweihte. Nachts sollten wir lieber schon mal gar nicht segeln und Wallilabou Bay sowie Chataubelair sollten wir lieber gänzlich meiden… Beides Punkte auf unserer Route, die wir eingeplant hatten. Auch wir hatten schon von gefährlichen Regionen gelesen, in denen man nachts auf dem Segelboot überfallen wird und wo man lieber niemandem trauen sollte.
Mit diesen Hintergedanken machten wir gegen 18:00Uhr das Boot klar, nachdem wir uns mit unseren Barbecue-Resten des Vortages gestärkt hatten, und segelten gen Sonnenuntergang in die Dunkelheit. Evi und Annika verzogen sich zu nachtschlafender Zeit um 18:45Uhr ins Bett, während Rolf, Michael, Kerstin und Heidrun noch mit den Kindern draußen die Stellung hielten. Als Annika und Evi gegen 21Uhr von hohem Wellengang und Regen geweckt wurden, gaben sie sich mit Heidrun, die sich zwischenzeitlich schon einen ordentlichen blauen Fleck zugezogen hat, die Klinke in die Hand. Paul empfand es derweil als notwendig, den Fischen etwas mehr Futter zu geben, sodass Kerstin und Michael etwas ins Rotieren gerieten. Die See beruhigte sich wieder etwas und Paul und Max verlegten ihr Nachtquartier gänzlich an Deck. Mit Schlafsäcken, Kissen und Eimer bewaffnet und mit Mama Kerstin an der Seite ließ sich die folgende Nacht mehr oder weniger gut überstehen. Michael und Rolf wechselten sich mit dem Einnicken an Bord ab, Michael schlief auch manchmal bequem in S-Form gefaltet auf dem hölzernen Boden an Deck. Bei den gut auszuhaltenden 2-3m Wellen war das nächtliche Segeln nahezu meditativ wenn nicht sogar einschläfernd. Der fast volle Mond schien sehr hell auf das Meer und auch die Sterne sahen wunderschön aus. Ganze Schwärme von fliegenden Fischen begleiteten uns, die im grünen Steuerbord-Licht aussahen wie aus dem Meer entspringende Glühwürmchen. Annika blieb bis 1 Uhr an Deck und verzog sich dann mit dem Plan, in spätestens zwei Stunden wiederzukommen, in die Koje. Dort wurde man ordentlich hin und her geschaukelt, man hatte nur die Wahl, entweder tief und fest zu schlafen oder in Angst und Bange wach zu liegen und sich festzuhalten. Einige ordentliche blaue Flecken holten wir uns bei jedem Gang unter Deck. Denn die See meinte es nicht so gnädig mit uns. Kerstin sprach am nächsten Tag von Todesfantasien, die sie ausstand, als sie mit Paul und Max am Boden des Bootes saß und ihre Kinder festkrallte. O-Ton:“Ich werde sterben. Und meine Kinder auch!“ Wind lag bei 38Knoten und die Wellen überstiegen die 5-Meter-Grenze. Annika und Heidrun verschliefen derweil das ganze Spektakel und wachten das nächste Mal gegen 5Uhr wieder auf. Annika war wohl zwischendurch erwacht, traute sich aber wegen der starken Wellen, die vorne gegen ihr Kojenfenster knallten, nicht durch die Kajüte an Deck. Schließlich kam der Wind inzwischen von vorn und wir hatten ordentlich Gegenströmung, sodass wir leider den Motor einschalten mussten, um die Fock zu unterstützen. Mit nur 1,5Kn Fahrt hätten wir nämlich so noch weitere 10 Stunden Fahrt gebraucht. Wir gerieten in einen weiteren ordentlichen Regenschauer und segelten dann endlich Richtung Sonnenaufgang in die Admiralty Bay einer Bucht auf Bequia. Dort gab es auf die kräftezehrende Nacht erstmal ein Anlegebier (8Uhr Ortszeit, aber irgendwo auf der Welt ist es bestimmt schon nach 16Uhr). Rolf und Annika setzen sich ins Dinghi, um Frühstück zu besorgen und uns einzuklarieren. Danach verbrachten Evi und Annika den Mittag vorne auf dem Sonnendeck auf einem Premiumplatz mit Matratzen, um diese zu trocknen, da ein Crew-Mitglied den Befehl „Alle Luken zu!“ bewusst missachtet und so die Koje komplett unter Wasser gesetzt hatte. Nachmittags verbrachten wir im kleinen beschaulichen Örtchen Port Elisabeth auf Bequia,
genossen Young fresh Coconut, kauften Postkarten und schlürten ein bisschen durch die Läden.
Der männliche Teil der Crew begab sich auf den Weg, um einen
weiteren Cache zu erledigen. Von der Shoppingtour erschöpft und vom Rum Punch
in Übermut gestärkt, schnappten sich die Damen kurzerhand selbst das Dinghi, um
zum ersten Mal allein zur Yacht zurück zu fahren. Selbst ist die Frau, dachte
sich Annika, und saß selbstsicher am Motor des Dinghis, um dann in völliger
Ahnlungslosigkeit das kleine Bötchen zurück zu steuern. Ein netter
Einheimischer kippte uns den Motor ins Wasser, startete diesen, legte den Gang
ein und den Rest schafften wir dann tatsächlich von Lachanfällen geschüttelt
selber. An der Yacht angekommen, machten auch schon die Männer am anderen Steg
auf sich aufmerksam, sodass Evi und Annika als sichere Bootsführer das Dinghi
zum Abholen wieder zurücklenkten. Direkt nach unserem Ausflug machten wir das
Abendbrot fertig, da wir Gefallen daran gefunden hatten, auch mal um 17:30Uhr
im Hellen zu essen. Morgen machen wir uns auf in Richtung Canouan / Grand Bay,
ein Stückchen Weiter Richtung Paradies.
Gastbeitrag von Annika
Gesichtete Haie: 0
Gesichtete Delphine: 0
Fliegende Fische an Bord gegangen: 2
Davon ins Meer gerettet: 1
Davon versehentlich zertrampelt: 1
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