Montag, 4. Januar 2016

03.01.2016



Heute fuhren wir zunächst eine kurze Strecke nach Rodney Bay, um mit den übrigen Eastern Carribean Dollars noch einige Souvenirs und die, für die anbrechenden letzten Tage, lebensnotwendigen Nahrungsmittel (Kaffee, Chips und Rum!!) zu kaufen.
Mehr als Zeitvertreib denn als durch echte Hoffnung auf einen Erfolg angetrieben warf Rolf kurz vor Rodnay Bay noch mal die Angel ins Wasser. Und tatsächlich! Ein riesiger Thunfisch hatte angebissen! Hektik brach auf der Yacht aus, verschiedenste Anweisungen wurden durcheinander gerufen: „In den Wind drehen, Fock rein!“, „Badeplattform runter!!“, „Pütz raus!“, „Motor an!“, sodass in der ganzen Hektik, in der keiner so richtig wusste, was zuerst zu tun war, der Fisch der Gefangenschaft entfloh und fröhlich blutend in die Freiheit zurückhüpfte. Betretene Stimmung an Bord. Das Abendessen war soeben „den Bach runtergegangen“. Die Aussicht auf trockenen Reis heute Abend hob die Stimmung nur geringfügig. Doch jetzt waren wir angefixt, Rolf ließ noch mal die Angel ins Wasser und diesmal waren wir vorbereitet. Motor an, Fock rein, Pütz zur Hand und kurz vor Rodney Bay hatten wir tatsächlich noch einen Thunfisch an der Angel! Diesmal lief alles wie am Schnürchen, die Badeplattform wurde heruntergelassen und Evi machte sich bereit, um den Fisch mit der Pütz als Kescherersatz einzufangen. Geschafft! Leichte Schläge auf den Hinterkopf erhöhten bei diesem Fisch nicht das Denkvermögen, aber verkürzten sein Leiden auf Sekunden. Abendessen (vermeintlich) gerettet! Fortsetzung folgt.









In Rodney Bay erfolgreich geankert (zum ersten Mal durften Evi und Annika diese ehrenvolle Aufgabe erledigen), machten sich Rolf, Evi und Annika bereit, um an Land die oben beschriebenen Dinge einzukaufen. Alle rein ins Beiboot, Leine los und losgedüst. Denkste. Der Motor ging zwar an, jedoch nur mit Vollgas. Schnell den QuickStop gezogen, denn mit Vollgas wollten wir nun nicht auf den Steg zufahren. Inzwischen waren wir schon recht weit von der Yacht abgetrieben, denn die Leine war ja schon los. Evi und Annika schnappten sich die Paddel und schipperten los, gegen die Strömung zurück zur Yacht. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, so kamen wir nicht zurück. Wir trieben weiter ab, aufs offene Meer hinaus! Rolf schmiss den Motor noch mal an, auch wenn das hieß, dass wir mit Vollgas auf die Yacht zufuhren. Im richtigen Moment schmissen wir die Leine zurück zu Michael, ein kleiner Auffahrunfall auf die Yacht inklusive, aber immerhin konnte Rolf jetzt in aller Ruhe den Motor reparieren.












Nach ein paar Minuten war alles repariert und wir machten uns auf den Weg zum Supermarkt. Als illegale Einwanderer auf St.Lucia, denn wir sparten uns das erneute Ein- und Ausklarieren für die paar Stündchen am Vormittag, stiegen wir auffällig unauffällig direkt vor dem Customs Service Gebäude am Hafen aus und erledigten die Einkäufe. Unentdeckt konnten wir zur Yacht zurückfahren und uns anschließend auf den Endspurt begeben: 20Meilen zurück nach Martinique.
Abends gab es zum Glück doch keinen trockenen Reis, wir hatten für eine leckere Reispfanne eingekauft, dazu sollte es den selbstgefangenen Fisch im Backofen geben. Kerstin und Evi hatten den Fisch sehr lecker mariniert, mit vielen Kräutern, Knoblauch und Gewürzen in ein Aluschiffchen gelegt und ab in den Ofen. Doch der Schreck kam kurz darauf: Lecker duftend holten wir den Fisch raus, inspizierten ihn genau und mussten resigniert feststellen, dass der Fisch nicht richtig ausgenommen war: Die Schwimmblase war noch drin und so war der Fisch leider ungenießbar. Leichte Kommunikationsprobleme bei der Aufgabenverteilung vorher führten zu diesem Dilemma. Ein weiteres Mal wurde uns deutlich: Klare Absprachen erleichtern das Leben.


Gesichtete Delfine: 2 (leider nur von Evi)
Gesichtete Wasserschildkröten: 4
Gefangene Fische: 2 ½
Gegessene Fische: 1
Haie, gesichtet, gefangen oder gegessen: 0

02.01.2016



Heute war ein reiner Segeltag. Wir fuhren in der früh von Wallilabou Bay los und kamen gegen spät Nachmittag kurz vor Sonnenuntergang in Anse Cochon an. Wir fuhren 46 Meilen gen Norden, davon ca. 32Meilen unter Segel, da vorher der Wind drehte und uns das Segelsetzen erschwerte. Auch heute gab es wieder ordentlich Wellen bis 5m und Windstärke 7. Bei Ankunft blieb gerade noch Zeit für ein kurzes Bad mit Blick auf die untergehende Sonne. Nach dem Abendessen verzog sich ein Großteil der Crew bereits ins Bett, da am nächsten Tag wieder eine lange Strecke bevorstand.




01.01.2016



Happy New Year! In aller Herrgottsfrühe segelten wir los nach Wallilabou Bay! Pirates of the Carribean are waiting for us! 40 Meilen Fahrt mit Windstärke 7 und ordentlich Wellen. Heidrun, Evi und Annika verzogen sich zwischendurch für ein Nickerchen in die Koje, was sich bei dem Wellengang als relativ herausfordernd gestaltete. Schnell flach hinlegen, sonst wird einem übel. Stabile Seitenlage, Beine an der Wand abstützen und Augen zu und durch. Manche Wellen prallten mit einer solchen Gewalt vorne ans Bug, dass Zweifel aufkamen, ob die Yacht auch wirklich hochseetauglich ist. Drei Sekunden freier Fall bzw. Schwerelosigkeit im Bett, wenn der Bug von einer Welle wieder runterging, waren keine Seltenheit.
Auf so engem Raum wie auf einem Boot teilt man einfach alles miteinander. Ob es Nahrungsmittel sind, Getränke oder aber auch Gespräche über Konsistenz des Stuhlgangs (ich erinnere an die gestiegene Popularität unserer Nasszellen von vor zwei Tagen), gab es gestern heiße Tipps dazu, wie man am besten bei so starkem Wellengang auf Toilette sitzt. Linker Fuß an der linken Schrankwand abstützen, rechter Fuß an der Tür abstützen, mit den Händen am Waschbecken festhalten. Wichtig!!! Vorher schauen, ob auch alles gut abgepumpt war. Dann zügig das Geschäft vollziehen, sich nicht von den Wellen ablenken lassen, der Klodeckel knallt einem auch immer mal wieder mit voller Wucht in den Rücken und schnell abpumpen. Fazit: Segeln im Paradies ist nicht immer nur schön! J

Zu Wallilabou Bay gibt es zu sagen, dass tatsächlich noch einige Filmkulissen stehen, die auch ganz nett anzusehen sind, wenn man die Filme kennt. Die Menschen waren sehr hilfsbereit, auch wenn wir sehr misstrauisch aufgrund der Beschreibungen im Reiseführer waren. Wir können die negativen Aussagen nicht bestätigen und haben uns sehr sicher gefühlt. Die vielen Boote, die einen abfangen, wenn man in die Bucht fährt, sind etwas nervig und schwer abzuwimmeln, wenn man kein Obst oder Schmuck kaufen möchte. Dann reagieren die Verkäufer schon mal sehr ungehalten, jedoch kann man schon echt sehr gut erkennen, dass sie am Existenzminimum leben und sehr unter Armut leiden. Daher nehmen wir die Hilfe zum Leinen festmachen etc. dankend an und entlohnen das auch entsprechend. Abends waren wir im Wallilabou Anchorage Restaurant essen und haben einen sehr netten Abend verbracht. Wir ließen es uns richtig gut gehen, denn wir mussten unsere übrigen Eastern Carribean Dollars loswerden. Das Essen, typisch creolisch, war richtig lecker und auch die Besitzer des Restaurants sehr herzlich! Ein toller Abend, um ins neue Jahr zu starten.







31.12.2015



Früh am Silvestermorgen segelten wir los Richtung Tobago Cays, die berühmte Inselgruppe im karibischen Ozean.





Gleich nach Ankunft beehrten uns zwei Wasserschildkröten mit ihrer Anwesenheit direkt neben unserer Yacht.
Den Tag verbrachten wir mit Sonnen, Schnorcheln, Aussichtspunkte beklettern und einem Barbecue am Strand. Wir hatten Mr.Everywhere gebucht, der uns das Barbecue anpries mit Lobster, frischem Fisch, Steeldrum Band und allem drum und dran. Er holte uns gegen 18Uhr ab und das Einsteigen in sein Boot gestaltete sich mehr als schwierig. Wir lagen mit unserer Yacht leider recht ungünstig mitten zwischen den Inseln, sodass wir direkt in der Strömung schaukelten. Endlich saßen alle sicher im Boot, keiner landete im Wasser, keiner wurde von einem der Lobster gekniffen, die mit uns rüber zum Strand in ihren sicheren Tod fuhren. Mr.Everywhere wählten den kürzesten, aber nicht gerade den angenehmsten Weg zum Strand, schön gegen die Wellen, sodass wir triefend nass in unseren schicken Silvesteroutfits am Strand ankamen.


 Aber immerhin kamen wir an, auch wenn einige von uns wieder ein paar blaue Flecken und Fleischwunden davon getragen haben. Am Strand angekommen kamen wir eigentlich vom Regen in die Traufe. Ob wir den Teller mitgebracht hätten? Fragte Mr.Everywhere. Oh, das hat er wohl vergessen uns zu erzählen. Und auch die selbst mitzubringenden Getränke hat er unterschlagen, na so was. Noch bevor wir unser Barbecue starten konnten, kam der erste ordentliche Schauer und die ganze Masse an Leuten, die ebenso ein schönes Fest am Strand verbringen wollten, quetschten sich unter die vier provisorisch aufgestellten Pavillons, unter denen eigentlich die Grills standen.
Zwischen zwei ordentlichen Regenschauern war es fast 19Uhr, sodass der erste Countdown gezählt wurde: Happy New Year in Deutschland! Wir prosteten uns mit den Italienern und Franzosen am Tisch nebenan zu und feierten ein bisschen zusammen J Mr. Everywhere wischte unsere Tische und Bänke wieder halbwegs trocken, einen nassen Po hatten wir sowieso bereits und das Essen wurde gebracht. Lobster, Fisch, Hühnchen, Reis, Kartoffeln und frittierte Bananen. Wir konnten immerhin im Trockenen essen, eindeutig ein Vorteil an diesem sonst etwas verkorksten Abend.



Relativ zügig nach dem Barbecue wollten wir angesichts der großen Wellen lieber wieder zurück zu unserem Boot. Auch die versprochene Steeldrumband ward nie gesehen. Fazit des Strandbarbecues: Ordentliche Abzocke für ein leckeres Essen, denn das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmte absolut nicht. Die Devise der Einheimischen scheint hier zu sein, die Touris zahlens schon, denn es ist ja Urlaub. Von einem Kumpel von Mr.Everywhere wurden wir (ohne Licht und in einer kleinen Nussschale) zurück zur Yacht gebracht, mussten seitlich an der Bootswand hochklettern und brauchten erstmal RumPunsch, um zu feiern, dass wir gut wieder angekommen sind. Der Kumpel indes machte sich auf den Weg nach Union Island, um dort zu feiern. Das hieß für ihn 10 Meilen(ca. 2 Std Fahrt) ohne Licht bei starken Wellengang in seiner kleinen Nussschale. Gruselig! Um 24Uhr feierten wir noch mal Silvester und es war toll vom Boot aus zu sehen, wie auf den Inseln weit entfernt die Feuerwerke hochgingen. Die Boote, die draußen unterwegs waren, schossen ihre Seenotsignale als Feuerwerkersatz ab und die heutige Lektion, die wir gelernt haben, ist: 
Gerate niemals Silvester in Seenot 

30.12.2015




Der Tag startete nach einem ordentlichen Frühstück mit einem kleinen Spaziergang durch Canouan Grand Bay. Der Weg dorthin gestaltete sich wieder recht abenteuerreich, denn erneut wollten die Damen allein schon mal vorfahren mit dem Dinghi. Sicherer als beim ersten Mal steuerten wir die Leiter am Steg an und wollten elegant aussteigen. Weit gefehlt, denn ein Boot von Einheimischen machte uns klar, dass wir doch bitte am Steg weiter vorn (wo keine Leiter ist) aussteigen sollten. Da fahren wir doch lieber an den Strand, dachten wir uns und machten uns auf den Weg. Die Brandung war stärker als gedacht und als Evi das Boot festhalten wollte, damit die Kinder endlich ausstiegen, kam eine Monsterwelle und zack, lag sie drin, fast unter dem Boot und klatschnass bis auf die Knochen. Doch immerhin hatte sie in letzter Minute das Boot gerettet, sodass dieses nicht umgekippt ist.


Während der Großteil unserer Körper inzwischen entspannt in der Karibik angekommen ist, faulenzt und sich nur so viel bewegt wie nötig, sind die Darmtätigkeiten fast aller Crew-Mitglieder jedoch aktiver als gewünscht. Aggregatszustandsänderung von fest zu flüssig, sodass wir heute mal einen alkoholfreien Vormittag einlegten.
Auch sportliche Aktivitäten finden hier natürlich ihren Platz, sodass die heutige Challenge darin bestand, vom Boot zum Strand und zurück zu schwimmen. Nach unserem kleinen Ausflug ins Dörfchen von Canouan beschlossen Heidrun und Annika, die Challenge in die Tat umzusetzen und direkt vom Strand zum Boot zu schwimmen, da wir erfahrungsgemäß per Dinghi genauso nass wurden. Während wir noch ein wenig vor der Yacht badeten, kamen auch schon die anderen mit dem Schlauchboot vom Strand zurück. Leider hatten sie ihre Leine losgelassen, sodass Annika noch mal reinspringen und nach der Leine vom Dingi tauchen musste. Michael machte kurzerhand den Motor aus, sodass Annika in Rettungsschwimmermanier das Boot abschleppte und schwimmend zur Yacht zog.

Gegen Mittag machten wir uns auf den Weg Richtung Mayreau in die Salt Whistle Bay, ein Stück Paradies. Wir ankerten vorbildlich wie aus dem Lehrbuch korrekt, wohingegen der Franzose, der uns relativ arrogant auf dem Weg nach Mayreau überholt hatte, auf dem Riff aufsetzte und für Unterhaltung in der ganzen Bucht sorgte.



Wir genossen den restlichen Tag am Strand, in einer Cocktailbar und deckten uns mit einigen Souvenirs ein. Nach dem Abendessen begab sich ein Großteil der Crew gegen 20/21 Uhr ins Bett. Die Tage auf See machen doch ganz schön müde.











Gesichtete Pelikane: 2
Moskito: Wahrscheinlich 1-3, könnte aber auch Ameisenpipi sein
Rettungseinsätze durch Rettungsschwimmerin: 2 (Einmal das Boot, einmal ein Crew-Mitglied, das nicht genannt werden möchte)
Gesichte Kolibri: 2
Abgestorbene Geruchszellen bei Öffnung des Fäkalientanks auf der Fahrt: 78394573



29.12.2015



Nach einem ordentlichen Frühstück um Punkt 7 Uhr machten wir uns gegen 8:30Uhr auf in Richtung Örtchen. Wir hatten noch viel zu tun: Zur Bank, Geld tauschen, Postkarten kaufen, echten, aus Bohnen gemahlenen Kaffee trinken und es uns einfach gut gehen lassen. Außerdem neigte sich unser Bier und Rum-Vorrat dem Ende zu, was wir natürlich so nicht stehen lassen konnten. Der karibische Rum schmeckt einfach zu süffig.



Gegen 12Uhr waren wir endlich fertig, um weiter gen Paradies zu segeln.



Sicher segelten wir nur unter Fock aus der Bucht heraus und entschlossen uns kurzerhand, auch noch das Groß zu hissen. Leichter gesagt als getan, wenn man mit Lazy-Jacks segelt. Denn trotz drei erfahrener Segler an Bord verhedderten sich das Großfall in der Saling und Rolf war buchstäblich schon auf dem Weg nach oben, um auf den Mast zu klettern. Während Heidrun tausend Tode starb, Michael den Kahn im Wind behielt und Evi und Rolf fachmännisch das Fall lösen wollten, trieb das Boot munter auf den Wellen hoch und runter. Derweil verbot Heidrun Rolf, auf den Mast hinaufzuklettern, der natürlich gegen den Wind nichts hören konnte, Evi jedoch erklärte ihm im gleichen Moment seelenruhig, wie er die Stufen am Mast ausklappen kann. Das nennt sich aufeinander abgestimmte Teamarbeit!  Wie durch ein Wunder mussten wir doch nicht zurück in den Hafen und eins der Kinder im Bootsmannsstuhl hochziehen, sondern das Fall löste sich nach einigem Rumruckeln wie von selbst. Schnell das Groß hoch, Fock auf und los ging es mit 9 Knoten im Halbwindkurs..




Rolf und Annika saßen vorne mit den Kindern auf der hohen Kante, während die „Weicheier“,
wie die Kinder uns nannten, schön im Schatten hinten saßen

Nach 3,5h Fahrt, 21 Meilen Richtung Süden, sind wir im Paradies angekommen. Kleine Zwischenfälle plus gelernte Lektionen bestanden noch darin, dass es durchaus hilfreich wäre, wenn alle Crew-Mitglieder wüssten, über welche Winch welche Schot läuft. Nach erfolgreichem Mooring-Anlegemanöver gönnten wir uns einen bis …(ungezählt).. Rum-Punch, die Kinder bekamen ihre gewünschten Anlege-Cornflakes und sprangen danach erstmal eine Runde in den riesigen „Pool“.

Gesichtete Haie: 0
Fliegende Fische, die mehr als 10 Meter geflogen sind: 3
Blaue Flecke Highscore: Heidrun, dicht gefolgt von Annika
Moskitos: 0!!!
Gefangene Fische: 2, davon giftig: 1


Dienstag, 29. Dezember 2015

27 und 28.12.2015



Heute fand der oben beschriebene Ausflug statt. Zwischendurch hielten wir an verschiedenen Aussichtspunkten, um die atemberaubende Sicht über die Bucht zu genießen. Natürlich nutzten wir auch die Gelegenheit, um uns mit einigen karibischen Mitbringseln einzudecken.
Insgesamt hat sich das ganze Ausflugspaket sehr gelohnt. Wir wären zwar auch gerne auch auf den Gros Piton gestiegen, aber leider überstieg das unser Zeitkontingent. Bei der Tour erfuhren wir, dass wir eigentlich direkt in der Caldera, im „Auge des Vulkans“ ankern. Der gesamte Vulkan ist seinerzeit kollabiert und daraus entstand die Caldera und die berühmten Schwefelquellen. Noch immer ist der Vulkan aktiv und könnte jederzeit erneut ausbrechen.








 Nach dem Ausflug quatschen wir noch ein bisschen mit Rudi, der uns in karibische Geheimnisse einweihte. Nachts sollten wir lieber schon mal gar nicht segeln und Wallilabou Bay sowie Chataubelair sollten wir lieber gänzlich meiden… Beides Punkte auf unserer Route, die wir eingeplant hatten. Auch wir hatten schon von gefährlichen Regionen gelesen, in denen man nachts auf dem Segelboot überfallen wird und wo man lieber niemandem trauen sollte.
Mit diesen Hintergedanken machten wir gegen 18:00Uhr das Boot klar, nachdem wir uns mit unseren Barbecue-Resten des Vortages gestärkt hatten, und segelten gen Sonnenuntergang in die Dunkelheit. Evi und Annika verzogen sich zu nachtschlafender Zeit um 18:45Uhr ins Bett, während Rolf, Michael, Kerstin und Heidrun noch mit den Kindern draußen die Stellung hielten. Als Annika und Evi gegen 21Uhr von hohem Wellengang und Regen geweckt wurden, gaben sie sich mit Heidrun, die sich zwischenzeitlich schon einen ordentlichen blauen Fleck zugezogen hat, die Klinke in die Hand. Paul empfand es derweil als notwendig, den Fischen etwas mehr Futter zu geben, sodass Kerstin und Michael etwas ins Rotieren gerieten. Die See beruhigte sich wieder etwas und Paul und Max verlegten ihr Nachtquartier gänzlich an Deck. Mit Schlafsäcken, Kissen und Eimer bewaffnet und mit Mama Kerstin an der Seite ließ sich die folgende Nacht mehr oder weniger gut überstehen. Michael und Rolf wechselten sich mit dem Einnicken an Bord ab, Michael schlief auch manchmal bequem in S-Form gefaltet auf dem hölzernen Boden an Deck. Bei den gut auszuhaltenden 2-3m Wellen war das nächtliche Segeln nahezu meditativ wenn nicht sogar einschläfernd. Der fast volle Mond schien sehr hell auf das Meer und auch die Sterne sahen wunderschön aus. Ganze Schwärme von fliegenden Fischen begleiteten uns, die im grünen Steuerbord-Licht aussahen wie aus dem Meer entspringende Glühwürmchen. Annika blieb bis 1 Uhr an Deck und verzog sich dann mit dem Plan, in spätestens zwei Stunden wiederzukommen, in die Koje. Dort wurde man ordentlich hin und her geschaukelt, man hatte nur die Wahl, entweder tief und fest zu schlafen oder in Angst und Bange wach zu liegen und sich festzuhalten. Einige ordentliche blaue Flecken holten wir uns bei jedem Gang unter Deck. Denn die See meinte es nicht so gnädig mit uns. Kerstin sprach am nächsten Tag von Todesfantasien, die sie ausstand, als sie mit Paul und Max am Boden des Bootes saß und ihre Kinder festkrallte. O-Ton:“Ich werde sterben. Und meine Kinder auch!“ Wind lag bei 38Knoten und die Wellen überstiegen die 5-Meter-Grenze. Annika und Heidrun verschliefen derweil das ganze Spektakel und wachten das nächste Mal gegen 5Uhr wieder auf. Annika war wohl zwischendurch erwacht, traute sich aber wegen der starken Wellen, die vorne gegen ihr Kojenfenster knallten, nicht durch die Kajüte an Deck. Schließlich kam der Wind inzwischen von vorn und wir hatten ordentlich Gegenströmung, sodass wir leider den Motor einschalten mussten, um die Fock zu unterstützen. Mit nur 1,5Kn Fahrt hätten wir nämlich so noch weitere 10 Stunden Fahrt gebraucht. Wir gerieten in einen weiteren ordentlichen Regenschauer und segelten dann endlich Richtung Sonnenaufgang in die Admiralty Bay  einer Bucht auf Bequia. Dort gab es auf die kräftezehrende Nacht erstmal ein Anlegebier (8Uhr Ortszeit, aber irgendwo auf der Welt ist es bestimmt schon nach 16Uhr). Rolf und Annika setzen sich ins Dinghi, um Frühstück zu besorgen und uns einzuklarieren. Danach verbrachten Evi und Annika den Mittag vorne auf dem Sonnendeck auf einem Premiumplatz mit Matratzen, um diese zu trocknen, da ein Crew-Mitglied den Befehl „Alle Luken zu!“ bewusst missachtet und so die Koje komplett unter Wasser gesetzt hatte. Nachmittags verbrachten wir im kleinen beschaulichen Örtchen Port Elisabeth auf Bequia, 


 genossen Young fresh Coconut, kauften Postkarten und schlürten ein bisschen durch die Läden.

Der männliche Teil der Crew begab sich auf den Weg, um einen weiteren Cache zu erledigen. Von der Shoppingtour erschöpft und vom Rum Punch in Übermut gestärkt, schnappten sich die Damen kurzerhand selbst das Dinghi, um zum ersten Mal allein zur Yacht zurück zu fahren. Selbst ist die Frau, dachte sich Annika, und saß selbstsicher am Motor des Dinghis, um dann in völliger Ahnlungslosigkeit das kleine Bötchen zurück zu steuern. Ein netter Einheimischer kippte uns den Motor ins Wasser, startete diesen, legte den Gang ein und den Rest schafften wir dann tatsächlich von Lachanfällen geschüttelt selber. An der Yacht angekommen, machten auch schon die Männer am anderen Steg auf sich aufmerksam, sodass Evi und Annika als sichere Bootsführer das Dinghi zum Abholen wieder zurücklenkten. Direkt nach unserem Ausflug machten wir das Abendbrot fertig, da wir Gefallen daran gefunden hatten, auch mal um 17:30Uhr im Hellen zu essen. Morgen machen wir uns auf in Richtung Canouan / Grand Bay, ein Stückchen Weiter Richtung Paradies.

Gastbeitrag von Annika
Gesichtete Haie: 0
Gesichtete Delphine: 0
Fliegende Fische an Bord gegangen: 2
Davon ins Meer gerettet: 1
Davon versehentlich zertrampelt: 1

26.12.2015



Um 7 Uhr haben wir schon abgelegt und um 9.10 Uhr in Marigot Bay angelegt. Rolf und Annika kauften zunächst frisches Baguette und dann frühstückten wir erstmal ausgiebig in dieser traumhaft schönen Bucht.



 Um 12.30 Uhr legten wir dann wieder ab und segelten mit gutem Wind Richtung Soufriere, wo wir um 15.15 Uhr angelegt haben. Rudi, unser Guide, der sich uns schon in Rodney Bay angeboten hatte, zeigte uns unsere Ankerboje und bot uns an, uns ein karibisches Barbecue an Bord zu liefern. Nach Aushandeln eines guten Preises freuten wir uns auf ein leckeres Essen und badeten zwischendurch.
Als das Essen kam, waren wir mehr als erstaunt. Thunfisch, Hühnchen, Nudeln, Kartoffeln, Reis und Salat mehr als wir essen konnten. Wir ließen uns das Festmahl schmecken und auch Rudi leistete uns unserem Geschmack nach etwas zu lange Gesellschaft.
Für den nächsten Tag hatten wir mit ihm vereinbart, dass er eine Tour zu Schwefelquellen unterhalb der Pitons, zum Botanischen Garten und zum Wasserfall organisierte.

25.12.2015



Frohe Weihnachten! Schon vor dem Frühstück wurde das erste Bad in der karibischen See genommen. Da schmeckt der Kaffee umso besser. Heute war ein Tag chillen geplant und Rolf und Michael fuhren mit Max im Schlauchboot los, um etwas zu angeln.


  Es dauerte nicht lange und schon kamen sie mit einem ziemlich großen Fisch zurück. Das Abendessen war gesichert.


 Wir anderen verbrachten den Vormittag mit Baden, Sonnen usw. Nachmittags fuhren wir mit unserem Dingi an Land und wollten das Städtchen erkunden, Rolf und Michael einen Geocache suchen. Also trennten sich unsere Wege am Strand und die Mädels und Kinder gingen Richtung Ort und die Jungs Richtung Berg/Cache. Aber es ist Weihnachten und damit auch in Rodney Bay alles geschlossen und die Einheimischen feiern! Stilvolle Weihnachtsdeko sieht jedoch in Europa etwas anders aus. Enttäuscht gehen wir wieder zurück zum Strand zu unserem Dingi, suchen vergeblich nach eisgekühlten Drinks und warten auf unsere Männer. Als uns ein typisch karibischer Schauer erwischt, sind wir froh, dass wir uns ins Wasser verziehen können, dort ist es wenigstens warm. Sobald der Regen vorbei ist, ist es wieder total warm. Auf dem Schiff lassen wir uns noch unseren selbst gefangenen Fisch mit Bratkartoffeln schmecken und fallen anschließend nach einem kleinen Absacker todmüde ins Bett.

24.12.2015



Um 6 Uhr morgens waren wir schon wieder munter und haben in strahlendem Sonnenschein gefrühstückt. Uns wurde das Schiff gründlich erklärt und gegen 11.00 starteten wir in Richtung St. Lucia.
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  Bei Windstärke 5-6 und guter Welle, die zu leichten Übelkeitserscheinungen mancher Crew-Mitglieder führten, erreichten wir den Hafen Rodney Bay um 15.50Uhr und Rolf musste sich beeilen, um noch rechtzeitig um 16 Uhr im Hafenbüro zu sein, um uns einzuklarieren. Danach suchten wir uns ein schönes Ankerplätzchen in der Bucht von Rodney Bay
Hier sprangen wir erstmal ins Wasser und nahmen ein erfrischendes Bad. Das Ankerbierchen durfte natürlich nicht fehlen.


 Um 18 Uhr ging die Sonne unter und es war es schlagartig dunkel. Zeit, unseren Weihnachtsbaum aufzustellen und zu schauen, ob das Christkind uns auch in der Karibik findet. Anschließend stiegen wir in unser Schlauchboot und gingen an Land, um ein leckeres karibisches Weihnachtsessen zu uns zu nehmen. Das kleine, beschauliche Dörfchen, das an einigen Stellen mit seinen Wellblechverkleidungen einem Slum ähnelte, war wie ausgestorben.

Unser Weihnachtsessen fand also reichlich bescheiden an einem Straßengrill mit frischem Fisch, Hühnchen, Muscheln und Pommes statt. An diesem Abend testeten wir auch den ersten „local drink“, nachdem uns ein Cocktail mit Fragezeichen im Gesicht verwehrt wurde. Unser Weihnachtstrunk bestand also aus Cocosnussliquör gemischt mit karibischem Rum.

23.12.2015



In Paris komplettierte sich die Segelcrew: Zu der fast vollständigen Gruppe aus Hannover stieß Annika aus Hamburg mit dazu. Im Schweinsgalopp noch schnell die Tickets für den Shuttlebus am Schalter gekauft, ging es auch schon los vom Charles-de-Gaulle Aeroport Richtung Orly. Der Pariser Verkehr ließ uns das Herz bis zum Hals klopfen: Erreichen wir unseren Flieger pünktlich? 15 Minuten vor Boarding standen wir pünktlich am Gate. Und standen. Und standen.  Nach Weiteren 35 Minuten durften wir endlich in den Flieger, der dann nochmals eine Stunde regungslos am Gate verharrte. Mit 1,5-stündiger Verspätung sind wir bei 27 Grad Lufttemperatur und strömendem Regen gut in Fort de France auf Martinique gelandet. Der Shuttle brachte uns einmal quer über die Insel nach Le Marin in den Hafen, wo wir unser Schiff bezogen. Das vorbestellte Essen für die ersten Tage war schon an Bord und musste nur noch von uns kontrolliert und verstaut werden. Nach einem ersten karibischen Bier fielen wir todmüde in die Kojen.