Montag, 4. Januar 2016

01.01.2016



Happy New Year! In aller Herrgottsfrühe segelten wir los nach Wallilabou Bay! Pirates of the Carribean are waiting for us! 40 Meilen Fahrt mit Windstärke 7 und ordentlich Wellen. Heidrun, Evi und Annika verzogen sich zwischendurch für ein Nickerchen in die Koje, was sich bei dem Wellengang als relativ herausfordernd gestaltete. Schnell flach hinlegen, sonst wird einem übel. Stabile Seitenlage, Beine an der Wand abstützen und Augen zu und durch. Manche Wellen prallten mit einer solchen Gewalt vorne ans Bug, dass Zweifel aufkamen, ob die Yacht auch wirklich hochseetauglich ist. Drei Sekunden freier Fall bzw. Schwerelosigkeit im Bett, wenn der Bug von einer Welle wieder runterging, waren keine Seltenheit.
Auf so engem Raum wie auf einem Boot teilt man einfach alles miteinander. Ob es Nahrungsmittel sind, Getränke oder aber auch Gespräche über Konsistenz des Stuhlgangs (ich erinnere an die gestiegene Popularität unserer Nasszellen von vor zwei Tagen), gab es gestern heiße Tipps dazu, wie man am besten bei so starkem Wellengang auf Toilette sitzt. Linker Fuß an der linken Schrankwand abstützen, rechter Fuß an der Tür abstützen, mit den Händen am Waschbecken festhalten. Wichtig!!! Vorher schauen, ob auch alles gut abgepumpt war. Dann zügig das Geschäft vollziehen, sich nicht von den Wellen ablenken lassen, der Klodeckel knallt einem auch immer mal wieder mit voller Wucht in den Rücken und schnell abpumpen. Fazit: Segeln im Paradies ist nicht immer nur schön! J

Zu Wallilabou Bay gibt es zu sagen, dass tatsächlich noch einige Filmkulissen stehen, die auch ganz nett anzusehen sind, wenn man die Filme kennt. Die Menschen waren sehr hilfsbereit, auch wenn wir sehr misstrauisch aufgrund der Beschreibungen im Reiseführer waren. Wir können die negativen Aussagen nicht bestätigen und haben uns sehr sicher gefühlt. Die vielen Boote, die einen abfangen, wenn man in die Bucht fährt, sind etwas nervig und schwer abzuwimmeln, wenn man kein Obst oder Schmuck kaufen möchte. Dann reagieren die Verkäufer schon mal sehr ungehalten, jedoch kann man schon echt sehr gut erkennen, dass sie am Existenzminimum leben und sehr unter Armut leiden. Daher nehmen wir die Hilfe zum Leinen festmachen etc. dankend an und entlohnen das auch entsprechend. Abends waren wir im Wallilabou Anchorage Restaurant essen und haben einen sehr netten Abend verbracht. Wir ließen es uns richtig gut gehen, denn wir mussten unsere übrigen Eastern Carribean Dollars loswerden. Das Essen, typisch creolisch, war richtig lecker und auch die Besitzer des Restaurants sehr herzlich! Ein toller Abend, um ins neue Jahr zu starten.







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