Happy New Year! In aller Herrgottsfrühe segelten wir los
nach Wallilabou Bay! Pirates of the Carribean are waiting for us! 40 Meilen
Fahrt mit Windstärke 7 und ordentlich Wellen. Heidrun, Evi und Annika verzogen
sich zwischendurch für ein Nickerchen in die Koje, was sich bei dem Wellengang
als relativ herausfordernd gestaltete. Schnell flach hinlegen, sonst wird einem
übel. Stabile Seitenlage, Beine an der Wand abstützen und Augen zu und durch.
Manche Wellen prallten mit einer solchen Gewalt vorne ans Bug, dass Zweifel
aufkamen, ob die Yacht auch wirklich hochseetauglich ist. Drei Sekunden freier
Fall bzw. Schwerelosigkeit im Bett, wenn der Bug von einer Welle wieder
runterging, waren keine Seltenheit.
Auf so engem Raum wie auf einem Boot teilt man einfach alles
miteinander. Ob es Nahrungsmittel sind, Getränke oder aber auch Gespräche über
Konsistenz des Stuhlgangs (ich erinnere an die gestiegene Popularität unserer
Nasszellen von vor zwei Tagen), gab es gestern heiße Tipps dazu, wie man am
besten bei so starkem Wellengang auf Toilette sitzt. Linker Fuß an der linken
Schrankwand abstützen, rechter Fuß an der Tür abstützen, mit den Händen am
Waschbecken festhalten. Wichtig!!! Vorher schauen, ob auch alles gut abgepumpt
war. Dann zügig das Geschäft vollziehen, sich nicht von den Wellen ablenken
lassen, der Klodeckel knallt einem auch immer mal wieder mit voller Wucht in
den Rücken und schnell abpumpen. Fazit: Segeln im Paradies ist nicht immer nur
schön! J
Zu Wallilabou Bay gibt es zu sagen, dass tatsächlich noch
einige Filmkulissen stehen, die auch ganz nett anzusehen sind, wenn man die
Filme kennt. Die Menschen waren sehr hilfsbereit, auch wenn wir sehr
misstrauisch aufgrund der Beschreibungen im Reiseführer waren. Wir können die
negativen Aussagen nicht bestätigen und haben uns sehr sicher gefühlt. Die
vielen Boote, die einen abfangen, wenn man in die Bucht fährt, sind etwas
nervig und schwer abzuwimmeln, wenn man kein Obst oder Schmuck kaufen möchte.
Dann reagieren die Verkäufer schon mal sehr ungehalten, jedoch kann man schon
echt sehr gut erkennen, dass sie am Existenzminimum leben und sehr unter Armut
leiden. Daher nehmen wir die Hilfe zum Leinen festmachen etc. dankend an und
entlohnen das auch entsprechend. Abends waren wir im Wallilabou Anchorage
Restaurant essen und haben einen sehr netten Abend verbracht. Wir ließen es uns
richtig gut gehen, denn wir mussten unsere übrigen Eastern Carribean Dollars
loswerden. Das Essen, typisch creolisch, war richtig lecker und auch die
Besitzer des Restaurants sehr herzlich! Ein toller Abend, um ins neue Jahr zu
starten.
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