Montag, 4. Januar 2016

03.01.2016



Heute fuhren wir zunächst eine kurze Strecke nach Rodney Bay, um mit den übrigen Eastern Carribean Dollars noch einige Souvenirs und die, für die anbrechenden letzten Tage, lebensnotwendigen Nahrungsmittel (Kaffee, Chips und Rum!!) zu kaufen.
Mehr als Zeitvertreib denn als durch echte Hoffnung auf einen Erfolg angetrieben warf Rolf kurz vor Rodnay Bay noch mal die Angel ins Wasser. Und tatsächlich! Ein riesiger Thunfisch hatte angebissen! Hektik brach auf der Yacht aus, verschiedenste Anweisungen wurden durcheinander gerufen: „In den Wind drehen, Fock rein!“, „Badeplattform runter!!“, „Pütz raus!“, „Motor an!“, sodass in der ganzen Hektik, in der keiner so richtig wusste, was zuerst zu tun war, der Fisch der Gefangenschaft entfloh und fröhlich blutend in die Freiheit zurückhüpfte. Betretene Stimmung an Bord. Das Abendessen war soeben „den Bach runtergegangen“. Die Aussicht auf trockenen Reis heute Abend hob die Stimmung nur geringfügig. Doch jetzt waren wir angefixt, Rolf ließ noch mal die Angel ins Wasser und diesmal waren wir vorbereitet. Motor an, Fock rein, Pütz zur Hand und kurz vor Rodney Bay hatten wir tatsächlich noch einen Thunfisch an der Angel! Diesmal lief alles wie am Schnürchen, die Badeplattform wurde heruntergelassen und Evi machte sich bereit, um den Fisch mit der Pütz als Kescherersatz einzufangen. Geschafft! Leichte Schläge auf den Hinterkopf erhöhten bei diesem Fisch nicht das Denkvermögen, aber verkürzten sein Leiden auf Sekunden. Abendessen (vermeintlich) gerettet! Fortsetzung folgt.









In Rodney Bay erfolgreich geankert (zum ersten Mal durften Evi und Annika diese ehrenvolle Aufgabe erledigen), machten sich Rolf, Evi und Annika bereit, um an Land die oben beschriebenen Dinge einzukaufen. Alle rein ins Beiboot, Leine los und losgedüst. Denkste. Der Motor ging zwar an, jedoch nur mit Vollgas. Schnell den QuickStop gezogen, denn mit Vollgas wollten wir nun nicht auf den Steg zufahren. Inzwischen waren wir schon recht weit von der Yacht abgetrieben, denn die Leine war ja schon los. Evi und Annika schnappten sich die Paddel und schipperten los, gegen die Strömung zurück zur Yacht. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, so kamen wir nicht zurück. Wir trieben weiter ab, aufs offene Meer hinaus! Rolf schmiss den Motor noch mal an, auch wenn das hieß, dass wir mit Vollgas auf die Yacht zufuhren. Im richtigen Moment schmissen wir die Leine zurück zu Michael, ein kleiner Auffahrunfall auf die Yacht inklusive, aber immerhin konnte Rolf jetzt in aller Ruhe den Motor reparieren.












Nach ein paar Minuten war alles repariert und wir machten uns auf den Weg zum Supermarkt. Als illegale Einwanderer auf St.Lucia, denn wir sparten uns das erneute Ein- und Ausklarieren für die paar Stündchen am Vormittag, stiegen wir auffällig unauffällig direkt vor dem Customs Service Gebäude am Hafen aus und erledigten die Einkäufe. Unentdeckt konnten wir zur Yacht zurückfahren und uns anschließend auf den Endspurt begeben: 20Meilen zurück nach Martinique.
Abends gab es zum Glück doch keinen trockenen Reis, wir hatten für eine leckere Reispfanne eingekauft, dazu sollte es den selbstgefangenen Fisch im Backofen geben. Kerstin und Evi hatten den Fisch sehr lecker mariniert, mit vielen Kräutern, Knoblauch und Gewürzen in ein Aluschiffchen gelegt und ab in den Ofen. Doch der Schreck kam kurz darauf: Lecker duftend holten wir den Fisch raus, inspizierten ihn genau und mussten resigniert feststellen, dass der Fisch nicht richtig ausgenommen war: Die Schwimmblase war noch drin und so war der Fisch leider ungenießbar. Leichte Kommunikationsprobleme bei der Aufgabenverteilung vorher führten zu diesem Dilemma. Ein weiteres Mal wurde uns deutlich: Klare Absprachen erleichtern das Leben.


Gesichtete Delfine: 2 (leider nur von Evi)
Gesichtete Wasserschildkröten: 4
Gefangene Fische: 2 ½
Gegessene Fische: 1
Haie, gesichtet, gefangen oder gegessen: 0

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