Heute fuhren wir zunächst eine kurze Strecke nach Rodney
Bay, um mit den übrigen Eastern Carribean Dollars noch einige Souvenirs und
die, für die anbrechenden letzten Tage, lebensnotwendigen Nahrungsmittel
(Kaffee, Chips und Rum!!) zu kaufen.
Mehr als Zeitvertreib denn als durch echte Hoffnung auf
einen Erfolg angetrieben warf Rolf kurz vor Rodnay Bay noch mal die Angel ins
Wasser. Und tatsächlich! Ein riesiger Thunfisch hatte angebissen! Hektik brach
auf der Yacht aus, verschiedenste Anweisungen wurden durcheinander gerufen: „In
den Wind drehen, Fock rein!“, „Badeplattform runter!!“, „Pütz raus!“, „Motor
an!“, sodass in der ganzen Hektik, in der keiner so richtig wusste, was zuerst
zu tun war, der Fisch der Gefangenschaft entfloh und fröhlich blutend in die
Freiheit zurückhüpfte. Betretene Stimmung an Bord. Das Abendessen war soeben
„den Bach runtergegangen“. Die Aussicht auf trockenen Reis heute Abend hob die
Stimmung nur geringfügig. Doch jetzt waren wir angefixt, Rolf ließ noch mal die
Angel ins Wasser und diesmal waren wir vorbereitet. Motor an, Fock rein, Pütz
zur Hand und kurz vor Rodney Bay hatten wir tatsächlich noch einen Thunfisch an
der Angel! Diesmal lief alles wie am Schnürchen, die Badeplattform wurde
heruntergelassen und Evi machte sich bereit, um den Fisch mit der Pütz als
Kescherersatz einzufangen. Geschafft! Leichte Schläge auf den Hinterkopf
erhöhten bei diesem Fisch nicht das Denkvermögen, aber verkürzten sein Leiden
auf Sekunden. Abendessen (vermeintlich) gerettet! Fortsetzung folgt.
In Rodney Bay erfolgreich geankert (zum ersten Mal durften
Evi und Annika diese ehrenvolle Aufgabe erledigen), machten sich Rolf, Evi und
Annika bereit, um an Land die oben beschriebenen Dinge einzukaufen. Alle rein
ins Beiboot, Leine los und losgedüst. Denkste. Der Motor ging zwar an, jedoch
nur mit Vollgas. Schnell den QuickStop gezogen, denn mit Vollgas wollten wir
nun nicht auf den Steg zufahren. Inzwischen waren wir schon recht weit von der
Yacht abgetrieben, denn die Leine war ja schon los. Evi und Annika schnappten
sich die Paddel und schipperten los, gegen die Strömung zurück zur Yacht.
Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, so kamen wir nicht zurück. Wir trieben
weiter ab, aufs offene Meer hinaus! Rolf schmiss den Motor noch mal an, auch
wenn das hieß, dass wir mit Vollgas auf die Yacht zufuhren. Im richtigen Moment
schmissen wir die Leine zurück zu Michael, ein kleiner Auffahrunfall auf die
Yacht inklusive, aber immerhin konnte Rolf jetzt in aller Ruhe den Motor
reparieren.
Nach ein paar Minuten war alles repariert und wir machten
uns auf den Weg zum Supermarkt. Als illegale Einwanderer auf St.Lucia, denn wir
sparten uns das erneute Ein- und Ausklarieren für die paar Stündchen am
Vormittag, stiegen wir auffällig unauffällig direkt vor dem Customs Service Gebäude
am Hafen aus und erledigten die Einkäufe. Unentdeckt konnten wir zur Yacht
zurückfahren und uns anschließend auf den Endspurt begeben: 20Meilen zurück
nach Martinique.
Abends gab es zum Glück doch keinen trockenen Reis, wir
hatten für eine leckere Reispfanne eingekauft, dazu sollte es den selbstgefangenen
Fisch im Backofen geben. Kerstin und Evi hatten den Fisch sehr lecker
mariniert, mit vielen Kräutern, Knoblauch und Gewürzen in ein Aluschiffchen
gelegt und ab in den Ofen. Doch der Schreck kam kurz darauf: Lecker duftend
holten wir den Fisch raus, inspizierten ihn genau und mussten resigniert
feststellen, dass der Fisch nicht richtig ausgenommen war: Die Schwimmblase war
noch drin und so war der Fisch leider ungenießbar. Leichte
Kommunikationsprobleme bei der Aufgabenverteilung vorher führten zu diesem
Dilemma. Ein weiteres Mal wurde uns deutlich: Klare Absprachen erleichtern das
Leben.
Gesichtete Delfine: 2 (leider nur von Evi)
Gesichtete Wasserschildkröten: 4
Gefangene Fische: 2 ½
Gegessene Fische: 1
Haie, gesichtet, gefangen oder gegessen: 0
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